Fachbegriffe verständlich erklärt
NOVELEDGE · Wissensbasis
Begriffe verstehen. Zusammenhänge erkennen.
NOVELEDGE Redaktion · Stand: 27.10.2026
Dieses Glossar erklärt zentrale Begriffe rund um Resilienz – aus Business Continuity Management, Business Impact Analyse, Risiko- und Krisenmanagement, organisationaler und digitaler Resilienz sowie aus Ermittlung und Beweissicherung, Kommunikation und Wissensmanagement. Die Definitionen sind bewusst allgemeinverständlich und als fachlich fundierte Paraphrasen formuliert.
Zentral für NOVELEDGE: Dieses artikelübergreifende Glossar gilt für die gesamte Website. Es wird fortlaufend um Fachbegriffe aus allen Fachbeiträgen, Werkzeugen, Veranstaltungen und Lerninhalten ergänzt und bildet damit die gemeinsame Begriffsbasis von NOVELEDGE.
Wichtig: Begriffe, Schwellen und Rollen müssen in jeder Organisation verbindlich festgelegt werden. Gesetzliche oder vertragliche Definitionen gehen dieser Orientierung vor.
81 Begriffe
A
Abhängigkeit
Abhängigkeit: Eine Beziehung, durch die ein Produkt, Service, Prozess oder eine Ressource auf die Verfügbarkeit oder Leistung eines anderen Elements angewiesen ist. Für BCM sind Richtung, Mindestkapazität, zeitlicher Vorlauf und gemeinsame Fehlerursachen wichtiger als eine bloße Ja-Nein-Angabe.
APIApplication Programming Interface
API – Application Programming Interface: Programmierschnittstelle, über die Systeme Daten oder Funktionen strukturiert austauschen. Im BCM kann eine API beispielsweise aktuelle Anlagen-, Lieferanten- oder Servicedaten bereitstellen.
Audit
Audit: Systematische, unabhängige und dokumentierte Prüfung, ob festgelegte Anforderungen erfüllt werden. Ein Audit bewertet Nachweise und die Funktionsweise des Managementsystems; es ersetzt keine Übung der operativen Reaktion.
Ausfall
Ausfall: Zustand, in dem eine benötigte Leistung oder Ressource ganz oder teilweise nicht verfügbar ist. Im BCM werden neben Totalausfällen auch Kapazitäts-, Qualitäts- und Standortverluste betrachtet.
Ausfallszenario
Ausfallszenario: Annahme darüber, welche Ressourcenkategorie nicht oder nur eingeschränkt verfügbar ist, etwa Personal, Gebäude, IT, Produktionsmittel oder externe Dienstleistung. Das Szenario hilft, Strategien ursachenunabhängig zu planen.
Ausweichstandort
Ausweichstandort: Vorbereiteter alternativer Ort, von dem priorisierte Tätigkeiten fortgeführt oder wiederaufgenommen werden können. Entscheidend sind Kapazität, Erreichbarkeit, technische Ausstattung und die Unabhängigkeit vom Primärstandort.
B
BCPBusiness Continuity Plan
BCP – Business Continuity Plan: Dokumentierter Plan mit Rollen, Verfahren, Informationen und Maßnahmen zur Fortführung oder Wiederherstellung priorisierter Tätigkeiten nach einer Unterbrechung. Ein BCP muss zugänglich, gepflegt und geübt sein.
BCMBusiness Continuity Management
BCM – Business Continuity Management: Ganzheitlicher Managementprozess, der Bedrohungen und Auswirkungen von Unterbrechungen betrachtet und Fähigkeiten zur Fortführung sowie Wiederherstellung priorisierter Leistungen entwickelt.
BCMSBusiness Continuity Management System
BCMS – Business Continuity Management System: Managementsystem zur Planung, Einführung, Durchführung, Überwachung, Überprüfung, Aufrechterhaltung und fortlaufenden Verbesserung des BCM. Es verbindet Governance, Prozesse, Rollen, Ressourcen und Nachweise.
Befragung
Befragung: Gespräch zur Gewinnung von Informationen, etwa in internen Ermittlungen oder mit Beschäftigten und Hinweisgebenden. Anders als die Vernehmung im Strafverfahren ist sie meist nicht förmlich geregelt; Freiwilligkeit, Fairness und eine sorgfältige Dokumentation sind dennoch entscheidend.
Beweissicherung
Beweissicherung: Erkennen, Erheben, Sichern und Dokumentieren von Beweismitteln – analog wie digital – so, dass Herkunft, Unversehrtheit und Aussagekraft später nachvollziehbar bleiben.
BIABusiness Impact Analyse
BIA – Business Impact Analyse: Analyse der Auswirkungen von Unterbrechungen über die Zeit. Sie begründet Prioritäten, tolerierbare Unterbrechungsgrenzen, Wiederherstellungsziele sowie Ressourcen- und Abhängigkeitsanforderungen.
BSIBundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
BSI – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Deutsche Bundesbehörde für Informationssicherheit. Für BCM stellt sie mit dem BSI-Standard 200-4 eine ausführliche Umsetzungssystematik bereit.
Business Service
Business Service: Eine für interne oder externe Empfänger wahrnehmbare fachliche Leistung. Im integrierten BCM-Modell verbindet der Business Service Produkte, Prozesse, IT-/OT-Services, Personen und externe Partner.
C
Chain of CustodyBeweismittelkette
Chain of Custody: Lückenlose Dokumentation, wer ein Beweismittel wann, wo und wozu erhalten, übergeben, untersucht oder gelagert hat. Sie belegt, dass das Beweismittel weder verändert noch vertauscht wurde.
CIConfiguration Item
CI – Configuration Item: Ein in der Konfigurationsverwaltung geführtes Element, beispielsweise Anwendung, Server, Datenbank, Netzwerkkomponente oder Dokumentation. CIs unterstützen technische Services, sind aber nicht automatisch selbst geschäftskritisch.
CMDBConfiguration Management Database
CMDB – Configuration Management Database: Datenbank für Configuration Items und deren Beziehungen. Sie liefert technische Abhängigkeiten und Statusinformationen, ersetzt jedoch nicht die fachliche Kritikalitätsbewertung einer BIA.
Cyberresilienz
Cyberresilienz: Fähigkeit, digitale Störungen und Cyberangriffe vorzubereiten, ihnen standzuhalten, darauf zu reagieren und sich davon zu erholen. Sie verbindet Informationssicherheit, IT-Service-Continuity, Krisenmanagement und Wiederherstellung.
D
Datenqualität
Datenqualität: Grad, in dem Daten für ihren vorgesehenen Zweck geeignet sind. Im BCM zählen insbesondere Vollständigkeit, Richtigkeit, Aktualität, Eindeutigkeit, Konsistenz, Herkunft und fachliche Verantwortlichkeit.
Digitale Forensik
Digitale Forensik: Methodisches Sichern, Untersuchen und Auswerten digitaler Spuren, etwa von Datenträgern, Protokolldaten oder Mobilgeräten, mit dem Ziel reproduzierbarer und gerichtsverwertbarer Ergebnisse. Grundsatz: Originale bleiben unverändert, gearbeitet wird mit forensischen Kopien.
Disaster RecoveryDR
Disaster Recovery – DR: Technische und organisatorische Wiederherstellung von IT- und Kommunikationsdiensten nach einer schweren Störung. Disaster Recovery ist ein Teil der Business Continuity, nicht deren vollständiger Ersatz.
DORADigital Operational Resilience Act
DORA – Digital Operational Resilience Act: EU-Verordnung über die digitale operationale Resilienz des Finanzsektors. Sie bündelt Anforderungen unter anderem an IKT-Risikomanagement, Vorfallmeldungen, Tests und Risiken durch IKT-Drittdienstleister.
E
EAMEnterprise Asset Management
EAM – Enterprise Asset Management: Systematische Verwaltung physischer Anlagen über ihren Lebenszyklus, einschließlich Standort, Zustand, Wartung, Ersatzteilen und technischen Abhängigkeiten.
ERPEnterprise Resource Planning
ERP – Enterprise Resource Planning: Integrierte Unternehmenssoftware für Geschäfts- und Ressourcenprozesse. BCM-relevant sind beispielsweise Produkt-, Auftrags-, Bestands-, Einkaufs-, Produktions- und Finanzdaten.
Eskalation
Eskalation: Geregelte Weitergabe eines Ereignisses oder einer Entscheidung an eine höhere fachliche oder hierarchische Ebene. Kriterien, Zuständigkeiten und Kommunikationswege sollten vorab definiert sein.
ETLExtract, Transform, Load
ETL – Extract, Transform, Load: Verfahren, bei dem Daten aus Quellen entnommen, nach festgelegten Regeln umgewandelt und in ein Zielsystem geladen werden. Für BCM müssen Mapping, Aktualität und Fehlerbehandlung nachvollziehbar sein.
F
Failover
Failover: Geplanter oder automatischer Wechsel von einem ausgefallenen System auf eine alternative Instanz. Ein technischer Failover beweist erst dann Business Continuity, wenn die fachliche Leistung in erforderlicher Zeit und Qualität nutzbar ist.
Fähigkeitslücke
Fähigkeitslücke: Nachweisbare Differenz zwischen benötigter und tatsächlich verfügbarer Wiederherstellungs- oder Fortführungsfähigkeit. Ein Beispiel ist ein RTO von vier Stunden bei einer gemessenen RTA von acht Stunden.
G
Governance
Governance: Rahmen aus Entscheidungsrechten, Verantwortlichkeiten, Kontrolle und Rechenschaft. BCM-Governance legt unter anderem fest, wer Toleranzen bestimmt, Daten verantwortet, Strategien freigibt und Abweichungen akzeptiert.
Gross Profit
Gross Profit: Umsatz abzüglich direkt zurechenbarer Herstellungs- oder Beschaffungskosten. Die Kennzahl kann wirtschaftliche Prioritäten unterstützen, darf aber rechtliche, sicherheitsbezogene oder gesellschaftliche Auswirkungen nicht verdrängen.
H
HRHuman Resources
HR – Human Resources: Personalbereich und zugehörige Systeme. Für BCM sind vor allem Rollen, Mindestbesetzung, Qualifikationen, Berechtigungen, Vertretungen, Schichtmodelle und geografische Konzentrationen relevant.
I
Incident Management
Incident Management: Strukturierter Umgang mit Ereignissen und Störungen, um Auswirkungen zu begrenzen und den normalen Service möglichst schnell wiederherzustellen. Bei größerer Tragweite kann eine Eskalation in Notfall- oder Krisenstrukturen erforderlich sein.
Individuelle Resilienz
Individuelle Resilienz: Psychische Widerstandskraft einzelner Menschen: die Fähigkeit, Belastungen und Krisen zu bewältigen, ohne dauerhaft Schaden zu nehmen. In Organisationen trägt sie zur Handlungsfähigkeit von Krisenstab, Führungskräften und Einsatzkräften bei.
Informationssicherheit
Informationssicherheit: Schutz von Informationen insbesondere hinsichtlich Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. BCM fokussiert die Fortführung und Wiederherstellung kritischer Leistungen; beide Disziplinen überschneiden sich, sind aber nicht identisch.
Interne ErmittlungInternal Investigation
Interne Ermittlung: Untersuchung möglicher Regelverstöße innerhalb einer Organisation, etwa bei Betrug, Korruption oder Datenabfluss. Sie klärt den Sachverhalt, sichert Beweise und schafft eine Entscheidungsgrundlage; Arbeits- und Datenschutzrecht setzen dabei Grenzen.
ISOInternational Organization for Standardization
ISO – International Organization for Standardization: Internationale Normungsorganisation. Für BCM und Resilienz sind unter anderem ISO 22300, ISO 22301, ISO 22313 und ISO/TS 22317 relevant.
ITInformation Technology
IT – Information Technology: Informationstechnik zur Verarbeitung, Speicherung und Übertragung von Informationen. Im BCM wird sie idealerweise als Servicekette von der fachlichen Leistung bis zur Infrastruktur betrachtet.
K
Kaskadeneffekt
Kaskadeneffekt: Weitergabe oder Verstärkung einer Störung über verbundene Abhängigkeiten. Ein lokaler Ausfall kann dadurch mehrere Prozesse, Standorte, Lieferanten oder Sektoren zeitversetzt betreffen.
Kernbotschaft
Kernbotschaft: Kurze, verständliche Aussage, die das Wichtigste einer Mitteilung auf den Punkt bringt und in allen Kanälen gleich lautet. In Krisen bildet sie die Grundlage für Sprachregelungen und Stellungnahmen.
Kopfmonopol
Kopfmonopol: Situation, in der kritisches Wissen nur bei einer einzelnen Person liegt. Fällt sie aus, fehlen Kenntnisse für Betrieb oder Wiederanlauf – das Kopfmonopol ist damit ein personeller Single Point of Failure.
KPIKey Performance Indicator
KPI – Key Performance Indicator: Kennzahl zur Messung von Leistung oder Zielerreichung. BCM-KPIs sollten nicht nur erledigte Aktivitäten zählen, sondern auch tatsächliche Fähigkeiten, Ergebnisse und Trends abbilden.
KRIKey Risk Indicator
KRI – Key Risk Indicator: Früh- oder Belastungsindikator für die Entwicklung eines Risikos. Ein KRI zeigt Exposition oder Veränderung, beweist aber allein weder Eintritt noch konkrete Auswirkung.
Krise
Krise: Instabile Lage mit hoher Unsicherheit und möglicher erheblicher Wirkung auf strategische Ziele, Existenz, Reputation oder Handlungsfähigkeit. Eine Krise erfordert häufig bereichsübergreifende Führung und priorisierte Entscheidungen.
Krisenkommunikation
Krisenkommunikation: Geplante Kommunikation einer Organisation vor, während und nach einer Krise mit internen und externen Zielgruppen. Ziel ist, schnell, abgestimmt und glaubwürdig zu informieren, Handlungsfähigkeit zu zeigen und Vertrauen zu erhalten.
Krisenmanagement
Krisenmanagement: Koordinierte Führungs- und Entscheidungsprozesse zur Bewältigung einer Krise. Dazu gehören Lagebild, Krisenorganisation, Entscheidungsrhythmus, Kommunikation, Dokumentation und Rückkehr in einen tragfähigen Betrieb.
Kritikalität
Kritikalität: Bedeutung eines Produkts, Prozesses oder einer Ressource für Ziele und Verpflichtungen der Organisation. Kritikalität entsteht relational aus Auswirkungen, Zeit, Abhängigkeiten und Toleranzen; sie ist keine universelle Eigenschaft.
KRITISKritische Infrastrukturen
KRITIS – Kritische Infrastrukturen: Organisationen und Anlagen, deren Leistungen für das Funktionieren des Gemeinwesens besonders bedeutsam sind. Die konkrete rechtliche Einordnung richtet sich nach den jeweils geltenden sektoralen Regelungen und Schwellenwerten.
L
Lagebild
Lagebild: Verdichtete, zeitbezogene Darstellung entscheidungsrelevanter Fakten, Unsicherheiten, Auswirkungen und Entwicklungen. Ein gutes Lagebild trennt Beobachtung, Bewertung, Annahme und Prognose.
Lessons Learned
Lessons Learned: Strukturierte Auswertung von Ereignissen, Übungen oder Projekten: Was lief gut, was nicht, was ändern wir? Wirksam wird sie erst, wenn Maßnahmen festgelegt, umgesetzt und überprüft werden.
Lieferkettenresilienz
Lieferkettenresilienz: Fähigkeit eines Liefer- oder Wertschöpfungsnetzes, Störungen vorzubereiten, zu absorbieren, sich anzupassen und die erforderliche Leistung wiederherzustellen. Mehrere Lieferanten sind nur dann belastbare Redundanz, wenn sie ausreichend unabhängig und verfügbar sind.
M
MBCOMinimum Business Continuity Objective
MBCO – Minimum Business Continuity Objective: Von der Organisation akzeptiertes Mindestniveau einer Leistung oder eines Produkts während einer Unterbrechung. Es konkretisiert, was im Notbetrieb mindestens geliefert werden muss.
MDMMaster Data Management
MDM – Master Data Management: Regeln, Rollen und Verfahren zur konsistenten Verwaltung zentraler Stammdaten und Identitäten über mehrere Systeme hinweg. Für ein integriertes BCM-Modell schafft MDM stabile Referenzen.
Mindestbetriebsniveau
Mindestbetriebsniveau: Kleinste noch akzeptable Kapazität oder Qualität einer priorisierten Tätigkeit im Notbetrieb. Es sollte messbar sein, einen Zeitraum besitzen und mit Ressourcenanforderungen verbunden werden.
MTPDMaximum Tolerable Period of Disruption
MTPD – Maximum Tolerable Period of Disruption: Zeitraum, nach dessen Ablauf die Auswirkungen einer Unterbrechung das von der Organisation tolerierte Maß überschreiten. Die MTPD ist eine Belastungsgrenze und kein technischer Wiederherstellungswert.
MTTRMean Time to Repair / Restore
MTTR – Mean Time to Repair / Restore: Statistische mittlere Zeit zur Reparatur oder Wiederherstellung eines technischen Elements. Sie beschreibt vergangene oder erwartete technische Leistung und ist nicht mit dem fachlich gesetzten RTO gleichzusetzen.
MTWD
MTWD: Nicht einheitlich verwendete Zeitabkürzung. Organisationen sollten ihre lokale Bedeutung dokumentieren und eindeutig auf MTPD oder einen anderen kontrollierten Begriff abbilden, statt scheinbar vergleichbare Werte ungeprüft gleichzusetzen.
N
NIS2Network and Information Security Directive 2
NIS2 – Network and Information Security Directive 2: EU-Richtlinie 2022/2555 für ein hohes gemeinsames Cybersicherheitsniveau. Sie adressiert unter anderem Risikomanagementmaßnahmen, Verantwortung der Leitung, Meldepflichten und Aufsicht für erfasste Einrichtungen.
Notbetrieb
Notbetrieb: Zeitlich begrenzter Betriebszustand mit vereinfachten Verfahren, reduzierter Kapazität oder Ersatzressourcen. Umfang, Prioritäten, Mindestleistung und Übergang zurück zum Normalbetrieb müssen vorab definiert werden.
Notfall
Notfall: Ereignis oder Lage, die den normalen Betrieb erheblich beeinträchtigt und besondere Maßnahmen erfordert. Organisationen sollten Schwellen und die Abgrenzung zu Störung und Krise verbindlich festlegen.
Notfallplan
Notfallplan: Dokumentierte Handlungsgrundlage für Rollen, Alarmierung, Sofortmaßnahmen, Kommunikation, Fortführung und Wiederherstellung in einem definierten Szenario oder Verantwortungsbereich.
O
Operational Resilience
Operational Resilience: Fähigkeit, wichtige operative Leistungen trotz Störungen innerhalb festgelegter Toleranzen bereitzustellen. Der Ansatz verbindet Prävention, Reaktion, Wiederherstellung, Lernen und die Steuerung von Abhängigkeiten.
Organisationale Resilienz
Organisationale Resilienz: Fähigkeit einer Organisation, Veränderungen und Störungen vorauszusehen, sich darauf vorzubereiten, darauf zu reagieren und sich anzupassen, um ihre Ziele weiter zu erreichen und sich weiterzuentwickeln.
OTOperational Technology
OT – Operational Technology: Technik zur Überwachung oder Steuerung physischer Prozesse, etwa Produktionsanlagen, Gebäudeleittechnik oder Versorgungsinfrastruktur. OT erfordert häufig besondere Sicherheits-, Verfügbarkeits- und Wiederanlaufbedingungen.
P
PDCAPlan – Do – Check – Act
PDCA – Plan – Do – Check – Act: Managementzyklus aus Planen, Umsetzen, Überprüfen und Verbessern. Im BCMS sorgt er dafür, dass Erkenntnisse aus Tests, Vorfällen, Audits und Kennzahlen in konkrete Verbesserungen überführt werden.
Prozess-Owner
Prozess-Owner: Rolle mit fachlicher Verantwortung für Ziel, Ausgestaltung, Leistung und Weiterentwicklung eines Prozesses. Im BCM bestätigt sie Auswirkungen, Zeitziele, Mindestbetrieb und Abhängigkeiten; die konkrete Governance bleibt organisationsindividuell.
R
Recovery Strategy
Recovery Strategy: Grundsätzlicher Lösungsweg zur Wiederherstellung einer priorisierten Tätigkeit oder Ressource, etwa Ersatzstandort, Redundanz, manuelles Verfahren, Bestandsstrategie oder alternative Lieferquelle. Sie wird durch Pläne, Ressourcen und Tests operationalisiert.
Redundanz
Redundanz: Zusätzliche, funktionsfähige Kapazität, die beim Ausfall eines Elements übernehmen kann. Redundanz ist nur wirksam, wenn sie nicht derselben Fehlerursache unterliegt und rechtzeitig in ausreichender Leistung verfügbar ist.
Resilienz
Resilienz: Fähigkeit einer Organisation, auf Veränderungen und Störungen vorbereitet zu sein, Auswirkungen aufzunehmen, sich anzupassen, zu reagieren und sich zu erholen. Resilienz ist ein Ergebnis mehrerer Fähigkeiten, nicht nur eines Plans.
Restrisiko
Restrisiko: Risiko, das nach Berücksichtigung bestehender Maßnahmen und Kontrollen verbleibt. Es muss gegenüber Risikokriterien bewertet, verantwortet und gegebenenfalls weiter behandelt werden.
Rhetorik
Rhetorik: Lehre und Praxis wirkungsvollen Redens: Aufbau, Sprache, Stimme und Auftreten so wählen, dass eine Botschaft verstanden wird und überzeugt. In Krisen, Lagebesprechungen und Präsentationen entscheidet sie mit über Klarheit und Vertrauen.
Risiko
Risiko: Auswirkung von Unsicherheit auf Ziele. Ein Risiko wird im Kontext seiner Ursachen, Ereignisse, Folgen, Wahrscheinlichkeiten, Abhängigkeiten und vorhandenen Kontrollen betrachtet.
Risikoaggregation
Risikoaggregation: Zusammenführung einzelner Risiken unter Berücksichtigung von Abhängigkeiten, gemeinsamen Ursachen, Korrelationen und Kaskaden. Reines Addieren von Einzelwerten kann die Gesamtexposition über- oder unterschätzen.
Risikoanalyse
Risikoanalyse: Systematischer Schritt zur Bestimmung von Art und Ausmaß eines Risikos. Sie untersucht Ursachen, Szenarien, Folgen, Eintrittsmöglichkeiten, Kontrollen und Unsicherheiten als Grundlage für Bewertung und Behandlung.
Risikokommunikation
Risikokommunikation: Austausch von Informationen über Risiken mit Beteiligten und Betroffenen – über Art, Ausmaß, Unsicherheiten und Maßnahmen. Sie ist Teil des Risikomanagementprozesses und läuft fortlaufend, nicht erst im Ereignisfall.
RPORecovery Point Objective
RPO – Recovery Point Objective: Zeitpunkt, zu dem Daten nach einer Unterbrechung mindestens wiederhergestellt sein müssen. Das RPO drückt den fachlich tolerierbaren Datenverlust als Zeitspanne aus.
RTARecovery Time Actual
RTA – Recovery Time Actual: Tatsächlich erreichte Zeit bis zur Wiederherstellung in Test, Übung oder realem Ereignis. Der Vergleich RTA zu RTO macht nachgewiesene Fähigkeit und Fähigkeitslücken sichtbar.
RTORecovery Time Objective
RTO – Recovery Time Objective: Zielzeit für die Wiederaufnahme einer priorisierten Tätigkeit oder Ressource nach einer Unterbrechung. Sie muss innerhalb der tolerierbaren Unterbrechungsgrenze liegen und Abhängigkeiten berücksichtigen.
S
Schadensszenario
Schadensszenario: Beschreibung einer Auswirkungsart und ihrer möglichen Entwicklung, etwa finanzielle, rechtliche, gesundheitliche, operative oder reputative Schäden. Es ist vom Ausfallszenario der betroffenen Ressource zu unterscheiden.
Single Point of FailureSPOF
Single Point of Failure – SPOF: Ein einzelnes Element, dessen Ausfall eine gesamte Leistungskette unterbrechen kann, weil keine wirksame Alternative vorhanden ist. Ein SPOF kann technisch, personell, räumlich oder extern sein.
SLAService Level Agreement
SLA – Service Level Agreement: Vereinbarung über messbare Leistungsmerkmale eines Services, etwa Verfügbarkeit, Reaktions- oder Wiederherstellungszeit. Ein SLA ist eine Leistungszusage und nicht automatisch identisch mit dem fachlich benötigten RTO.
Sprachregelung
Sprachregelung: Abgestimmte Formulierungen, mit denen alle Sprechenden einer Organisation zu einem Thema dieselbe Linie vertreten. Sie verhindert widersprüchliche Aussagen, besonders in Krisen.
Spurensicherung
Spurensicherung: Teil der Beweissicherung: Auffinden, Dokumentieren und Sichern materieller Spuren am Ereignisort, etwa Finger-, DNA- oder Werkzeugspuren, damit sie später untersucht werden können.
Stakeholder
Stakeholder: Person oder Organisation, die Entscheidungen oder Tätigkeiten beeinflussen kann, davon beeinflusst wird oder sich als betroffen wahrnimmt. Im BCM können dies Beschäftigte, Kunden, Behörden, Lieferanten oder die Öffentlichkeit sein.
Stresstest
Stresstest: Gezielte Prüfung einer Organisation, Entscheidung oder Fähigkeit unter anspruchsvollen, aber plausiblen Bedingungen. Ein Stresstest untersucht Belastungsgrenzen; eine Übung trainiert zusätzlich das Zusammenspiel von Rollen und Abläufen.
Substituierbarkeit
Substituierbarkeit: Grad, in dem eine Ressource, Person, Technologie oder externe Leistung innerhalb der erforderlichen Zeit, Kapazität und Qualität ersetzt werden kann. Vertragliche Alternativen sind ohne Qualifikation und Verfügbarkeit keine wirksamen Substitute.
T
Third-Party-Risiko
Third-Party-Risiko: Risiko, das aus der Abhängigkeit von Lieferanten, Dienstleistern, Plattformen oder weiteren externen Parteien entsteht. Relevant sind auch Unterauftragnehmer, Konzentrationen und gemeinsame Infrastrukturen.
Toleranzschwelle
Toleranzschwelle: Von der Organisation festgelegte Grenze, bis zu der Auswirkungen, Abweichungen oder Risiken akzeptiert werden. Toleranzen müssen zu Zielen, Verpflichtungen und Risikotragfähigkeit passen und verantwortet werden.
U
UIDUnique Identifier
UID – Unique Identifier: Dauerhafte eindeutige Kennung eines Datenobjekts. Sie hält Beziehungen auch dann stabil, wenn Namen, Organisationseinheiten, Sprachen oder Quellsysteme wechseln.
Ü
Übung
Übung: Geplante Aktivität, mit der Rollen, Verfahren, Entscheidungen, Kommunikation und Zusammenarbeit unter angenommenen Bedingungen trainiert oder bewertet werden. Ergebnisse müssen dokumentiert und in Verbesserungen überführt werden.
V
Verfügbarkeit
Verfügbarkeit: Eigenschaft, bei Bedarf zugänglich und nutzbar zu sein. Prozentwerte allein reichen im BCM nicht: relevant sind auch Dauer, Kapazität, geografische Verteilung und die Auswirkung konkreter Unterbrechungen.
Vernehmung
Vernehmung: Förmliche Befragung einer Person durch Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gericht zu einem Sachverhalt – als Beschuldigte, Zeuge oder Sachverständige. Belehrungspflichten sowie Aussage- und Zeugnisverweigerungsrechte sind gesetzlich geregelt.
Vertretungsregelung
Vertretungsregelung: Festlegung, wer eine Rolle bei Abwesenheit übernimmt. Belastbar ist sie nur, wenn die Vertretung verfügbar, qualifiziert, berechtigt, informiert und nicht derselben Ausfallursache ausgesetzt ist.
W
Wiederanlauf
Wiederanlauf: Geordnete Wiederaufnahme einer unterbrochenen Tätigkeit oder eines Systems, häufig zunächst mit reduzierter Kapazität. Der Wiederanlauf endet nicht zwingend mit der vollständigen Rückkehr zum Normalbetrieb.
Wiederherstellung
Wiederherstellung: Rückführung von Tätigkeiten, Ressourcen oder Leistungen in einen definierten funktionsfähigen Zustand. Zielzustand, Reihenfolge, Abhängigkeiten und Abnahmekriterien sollten vorab festgelegt sein.
Wissensmanagement
Wissensmanagement: Systematischer Umgang mit dem Wissen einer Organisation: Wissen erkennen, entwickeln, teilen, bewahren und nutzen. Für die Resilienz zählt besonders, dass kritisches Wissen nicht an einzelnen Personen hängt.
Wissenstransfer
Wissenstransfer: Weitergabe von Wissen und Erfahrung zwischen Personen, Teams oder Generationen, etwa bei Stellenwechsel, Ruhestand oder Vertretung. Er umfasst neben Dokumenten auch implizites Erfahrungswissen.
Workaround
Workaround: Vorübergehendes alternatives Verfahren, mit dem eine Leistung trotz Störung erbracht wird. Ein Workaround benötigt dokumentierte Grenzen, Mindestressourcen, Sicherheitsregeln und ein Rückkehrverfahren.
WRTWork Recovery Time
WRT – Work Recovery Time: In manchen Organisationen verwendete Zeit für fachliche Aufräum-, Prüf- und Anlaufarbeiten nach technischer Wiederherstellung. Der Begriff ist nicht überall gleich definiert und sollte lokal eindeutig beschrieben werden.
Z
Zeitabhängiger Impact
Zeitabhängiger Impact: Veränderung der Auswirkungen einer Unterbrechung mit zunehmender Dauer. Statt einer einzigen Kritikalitätsklasse betrachtet die BIA mehrere Zeithorizonte und Auswirkungsdimensionen.
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